1.5 KiB
Mit einer künstlichen $\qty{50}{\ohm}$-Antenne beträgt das SWR am Leitungseingang etwa \num{1}. Damit wissen wir zunächst, dass die Antennenleitung selbst in Ordnung ist.
Mit der angeschlossenen Antenne wird dagegen ein SWR von \num{3} gemessen. Für das SWR gilt mit der Spannung der vorlaufenden Welle U_\mathrm{V} und der rücklaufenden Welle U_\mathrm{R}:
s=\frac{U_\mathrm{V}+U_\mathrm{R}}{U_\mathrm{V}-U_\mathrm{R}}.
Bei s=\num{3} ergibt sich daraus, dass die Spannung der rücklaufenden Welle halb so groß wie die der vorlaufenden Welle ist:
\frac{U_\mathrm{R}}{U_\mathrm{V}}=\frac{3-1}{3+1}=\num{0,5}.
Da die Leistung proportional zum Quadrat der Spannung ist, beträgt die rücklaufende Leistung am Leitungseingang damit
\num{0,5}^2=\num{0,25}
der vorlaufenden Leistung. Von den eingespeisten \qty{10}{\watt} kommen am Leitungseingang also etwa
\qty{10}{\watt}\cdot\num{0,25}=\qty{2,5}{\watt}
als rücklaufende Leistung an.
Die Leitung besitzt auf jedem Weg eine Dämpfung von \qty{3}{\decibel}. Von den eingespeisten \qty{10}{\watt} erreichen daher nur etwa \qty{5}{\watt} die Antenne. Auf dem Rückweg wird die reflektierte Leistung wiederum halbiert.
Damit am Leitungseingang noch \qty{2,5}{\watt} rücklaufende Leistung ankommen, müssen an der Antenne ungefähr \qty{5}{\watt} reflektiert worden sein. Dies entspricht praktisch der gesamten dort ankommenden Leistung.
Die Antenne nimmt somit so gut wie keine HF-Leistung auf und ist fehlerhaft.