refactor: kondensator 2

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Matthias Jung
2026-05-03 00:45:50 +02:00
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commit 493f644bb5
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Die Phasenverschiebung zwischen Spannung und Strom beträgt $\qty{90}{\degree}$, wobei der Strom (rot) der Spannung (blau) voreilt,
[picture:943:a_blindleistung_kondensator:Phasenverschiebung am Kondensator zwischen Spannung und Strom]
Merkhilfe: Beim Kondensat*ooo*r eilt der Strom v*ooo*r!
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Ein Blick in die Formelsammlung genügt:
$|X_C| = \frac{1}{\omega\cdot C}$
Der kapazitive Blindwiederstand $X_C$ hängt von der Kreisfrequenz $\omega$ und der Kapazität $C$ ab. Er ist umgekehrt proportional zu beiden Größen, das heißt, je größer die Frequenz oder die Kapazität, desto kleiner ist der Blindwiderstand.
Zusätzlich ist zu beachten, dass der kapazitive Blindwiderstand $X_C$ eine negative Größe ist, da er eine Phasenverschiebung von $\qty{90}{\degree}$ zwischen Spannung und Strom verursacht, wobei der Strom der Spannung vorauseilt. Daher wird $X_C$ oft mit einem negativen Vorzeichen angegeben, um diese Phasenverschiebung zu verdeutlichen.
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Ein idealer Blindwiderstand (kapazitiver oder induktiver Blindwiderstand) hat keine Wärmeverluste.
Begründung: Bei einem reinen Blindwiderstand sind Strom und Spannung um $\qty{90}{\degree}$ phasenverschoben. Dadurch ist die momentane Leistung abwechselnd positiv und negativ, und der Mittelwert über eine Periode ist null. Es wird also keine Wirkleistung umgesetzt und folglich keine Wärme erzeugt.
[picture:943:a_blindleistung_kondensator:Phasenverschiebung am Kondensator zwischen Spannung und Strom]
Die richtige Antwort ist daher: *Der Blindwiderstand*
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Bei der Berechnungen von $X_C$ müssen immer die Zehnerpotenzen beachtet werden. Die Berechnungsformel lautet:
$X_C = \frac{1}{\omega \cdot C} = \frac{1}{{2\pi \cdot f \cdot C}}$
Folgende Werte müssen eingesetzt werden: $C = \qty{10}{\pico\farad} = \qty{10e-12}{\farad}$ und $f = \qty{100}{\mega\hertz} = \qty{100e6}{\hertz}$
So könnte eine schrittweise Berechnung mit diesen Werten aussehen, wenn wir der Einfachheit halber für $2\pi$ den Wert $\num{6,28}$ einsetzen:
$\begin{split} 6,28 \cdot 10 \cdot 100 &= 6280 \\ 10^{-12} \cdot 10^6 &= 10^{-6} \\ \num{6280} \cdot 10^{-6} &= \num{0,00628} \\ 1/\num{0,00628} &= \num{159} \end{split}$
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* gegeben: $C = \qty{50}{\pico\farad}$
* gegeben: $f = \qty{145}{\mega\hertz}$
* gesucht: $X_{\textrm{C}}$
$\begin{split} X_{\textrm{C}} &= \frac{1}{\omega \cdot C} = \frac{1}{2\pi \cdot f \cdot C}\\ &= \frac{1}{2\pi \cdot \qty{145}{\mega\hertz} \cdot \qty{50}{\pico\farad}}\\ &\approx \qty{22}{\ohm} \end{split}$
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@@ -0,0 +1,5 @@
* gegeben: $C = \qty{100}{\pico\farad}$
* gegeben: $f = \qty{100}{\mega\hertz}$
* gesucht: $X_{\textrm{C}}$
$\begin{split} X_{\textrm{C}} &= \frac{1}{\omega \cdot C} = \frac{1}{2\pi \cdot f \cdot C}\\ &= \frac{1}{2\pi \cdot \qty{100}{\mega\hertz} \cdot \qty{100}{\pico\farad}}\\ &\approx \qty{15,9}{\ohm} \end{split}$
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@@ -0,0 +1,5 @@
* gegeben: $C = \qty{100}{\pico\farad}$
* gegeben: $f = \qty{435}{\mega\hertz}$
* gesucht: $X_{\textrm{C}}$
$\begin{split} X_{\textrm{C}} &= \frac{1}{\omega \cdot C} = \frac{1}{2\pi \cdot f \cdot C}\\ &= \frac{1}{2\pi \cdot \qty{435}{\mega\hertz} \cdot \qty{100}{\pico\farad}}\\ &\approx \qty{3,7}{\ohm} \end{split}$
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Bei der Frage AC108 muss die Kapazität aus dem kapazitiven Blindwiderstand $X_C$ und der Frequenz berechnet werden:
* Zuerst wird $X_C$ berechnet:
$X_C = \frac{U}{I} = \frac{\qty{16}{\volt}}{\qty{32}{\milli\ampere}} = \qty{500}{\ohm}$
* Danach wird die Formel für $X_C$ aus der Formelsammlung nach $C$ umgestellt und die Werte eingesetzt:
$C = \frac{1}{2\pi \cdot f \cdot X_C} = \frac{1}{6,28 \cdot \qty{50}{\hertz} \cdot \qty{500}{\ohm}} \approx 6,37\cdot \qty{10^{-6}}{\farad} = \qty{6,37}{\micro\farad}$
* Im Ergebnis taucht die Zehnerpotenz $10^{-6}$ auf, die in eine Vorsilbe umgewandelt werden muss.
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[picture:1065:a_ersatzchaltbild_kondensator:Ersatzschaltbild eines realen Kondensators mit parasitären Verlusten.]
Die Verluste kommen durch Verluste im Dielektrikum (Isolator) $R_\mathrm{Isolator}$ und in der Zuleitung $R_\mathrm{ESR}$ zustande.
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Zur Bewertung der Verluste eines Kondensators verwendet man die Güte $Q$ (Quality Factor) sowie den Verlustfaktor $\tan\delta$. Beide Größen beschreiben, wie stark ein realer Kondensator vom idealen Verhalten abweicht.
$Q = \frac{1}{\tan\delta}$
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Gegeben ist ein Kondensator, an dem ein sinusförmiges Wechselstromsignal anliegt. Im eingeschwungenen Zustand nimmt ein idealer Kondensator jedoch keine Wirkleistung auf, da Strom und Spannung um $\qty{90}{\degree}$ phasenverschoben sind.
Die Energie wird nur periodisch im elektrischen Feld des Kondensators gespeichert und anschließend wieder an die Quelle zurückgegeben. Der Mittelwert der Leistung über eine ganze Periode ist daher null.
Da ein realer Kondensator immer parasitäre Verluste (z.B. in form von Widerständen) aufweist, wird eine kleine Wirkleistung aufgenommen. Die aufgenommene Wirkleistung beträgt also näherungsweise $P = \qty{0}{\watt}$